Schlupflider

Die Augen stehen bei einer Begegnung mit Menschen zuerst im Fokus. Desto unangenehmer ist es für uns, wenn unsere Augen Signale aussenden, die von unserem Gegenüber missverständlich interpretiert werden. Schlupflider verändern den Ausdruck der Augen. Sie verleihen unserem Gesicht einen müden, schläfrigen Ausdruck, der nicht so recht zu einem dynamischen vitalen Erscheinungsbild passen will. Gerade in jungen Jahren werden Schlupflider häufig einem unsoliden Lebenswandel zugeschrieben. Viele Betroffene empfinden sich selbst als unattraktiv und leiden darunter, dass ihre Außenwirkung nicht dem eigenen Empfinden und Lebensstil entspricht. Das kann zu einem erheblichen Leidensdruck führen, der nicht ohne Wirkung bleibt. Eine operative Straffung der Oberlider kann das Problem nachhaltig lösen und den Betroffenen ein Stück Lebensqualität zurückgeben.

Operative Korrektur von Schlupflidern (obere Blepharoplastik)

Eine operative Lidstraffung ist immer dann sinnvoll, wenn entstandene Hautüberschüsse an den Oberlidern den Betroffenen in irgendeiner Weise einschränken. Dabei spielt es keine Rolle, welcher Art diese Beeinträchtigung ist. Schlupflider können ästhetisch als störend empfunden werden, aber auch zu einer schwerwiegenden psychischen Belastung werden, die die Lebensqualität mindert. Zwingend erforderlich wird eine Lidkorrektur, wenn Hängelider die optische Wahrnehmung dauerhaft einschränken und den Alltag beeinträchtigen.

Bevor der Eingriff beginnt, wird der zu entnehmende Hautbereich genau definiert und entsprechend auf dem Augenlid angezeichnet. Nun setzt der Operateur einen Hautschnitt direkt in der Lidumschlagfalte. Dadurch bleibt die kleine Narbe später bei geöffnetem Auge vollkommen unsichtbar. Bei einer Straffung des Oberlides wird nicht nur überschüssige Haut entfernt. Auch darunter liegende Strukturen wie eventuell vorhandenes Fettgewebe werden in die Korrektur einbezogen und neu modelliert. Um ein optimales Ergebnis zu erzielen, ist mitunter auch eine entsprechende Anpassung der Augenmuskulatur erforderlich. Welche Schritte erforderlich sind, hängt ganz von der individuellen Ausgangslage und jeweiligen Ausprägung ab. Nach Beendigung des Eingriffs wird der Schnitt mit einer feinen unauffälligen Naht verschlossen. Die Lidstraffung kann in unserer Praxis ambulant durchgeführt werden und erfordert in der Regel lediglich eine örtliche Betäubung. In einzelnen Fällen ist auf Wunsch auch eine Behandlung im Dämmerschlaf oder in Narkose möglich. Nach erfolgreicher Korrektur liegt das Oberlid auch bei geöffnetem Auge frei. Dadurch wirken die Augen wieder größer und das Gesicht gewinnt einen wacheren, frischeren Ausdruck. Die eigentliche Augenform bleibt durch den Eingriff unverändert. 

Auge und Lid bilden ein hochkomplexes System, das nur im Zusammenspiel aller Komponenten perfekt funktioniert. Eine professionelle Lidkorrektur erfordert daher profunde Kenntnisse über das Zusammenwirken der beteiligten Strukturen sowie ein hohes Maß an Erfahrung. Zudem bieten neueste technische Standards und modernste Operationsmethoden unseren Patienten größtmögliche Sicherheit bei allen operativen Eingriffen.

Was sind Schlupflider?

Bei den meisten Menschen ist in jungen Jahren die Lidfalte deutlich sichtbar – die Augen wirken groß und machen einen aufmerksamen, wachen Eindruck. Nicht umsonst stehen Augen ohne Schlupflider für jugendliche Frische und Vitalität. Mit den Jahren verlieren Haut und Bindegewebe immer mehr an Elastizität und die Lidfalte verschwindet langsam unter erschlaffter Haut. Es entstehen nach und nach Schlupflider. Hinter dem medizinischen Fachbegriff Blepharochalasis verbirgt sich nichts anderes als ein Hautüberschuss am Oberlid, der die Lidfalte vollständig verdeckt. Das Phänomen betrifft vor allen Dingen Menschen in der zweiten Lebenshälfte. Bei Bindegewebsschwäche oder genetischer Veranlagung allerdings, können Schlupflider bereits in jüngeren Jahren auftreten. Schlupflider sind nicht nur ein ästhetisches Problem. Hängelider können so stark ausgeprägt sein, dass sie einen Teil des Auges verdecken und so das Sichtfeld einschränken. In diesen Fällen liegt eine medizinische Indikation für eine Lidstraffung vor, die in der Regel auch von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen wird.

Ursachen von Schlupflidern

Schlupflider sind meist altersbedingt und entstehen durch eine fortschreitende Erschlaffung des Bindegewebes. Das Gewebe büßt durch den natürlichen Alterungsprozess der Haut an Volumen und Elastizität ein. Die Haut wird zunehmend dünner, verliert an Spannkraft und sinkt durch die Einwirkung der Schwerkraft nach unten. Dies zeigt sich besonders deutlich im Bereich der Augen, wo die Haut extrem dünn und zart ist. Das Gewebe um das Auge herum ist aus mehreren Schichten aufgebaut, die normalerweise voneinander getrennt sind. Besteht eine Bindegewebsschwäche, kann Fettgewebe aus unteren Schichten in obere Gewebsschichten vordringen und sich vorwölben. Es kommt zu einem sogenannten Fett-Prolaps in das Oberlid. Nicht selten lagert sich in das Fettgewebe zusätzlich Lymphflüssigkeit ein. Es entstehen Ödeme, die die bereits bestehende Schwellung noch verstärken. Besteht eine stark ausgeprägte Bindegewebsschwäche, können herabgesunkene Brauen Schlupflider zusätzlich verschlimmern. Die Augenbrauen drücken das Lid durch ihr Gewicht noch weiter nach unten und das Gesicht macht einen extrem müden und traurigen Eindruck. In diesem Fall ist es notwendig, auch die Augenbrauen anzuheben, um ein gutes Ergebnis zu erzielen.

Häufig sind auch genetisch bedingte Faktoren für Schlupflider verantwortlich. Wer überproportional viele Menschen mit Schlupflidern in seiner Familie hat, kann damit rechnen, bereits in der ersten Lebenshälfte selbst welche zu entwickeln. Zum Problem werden Schlupflider allerdings meist erst dann, wenn die Haut zusätzlich altersbedingt erschlafft. Schlupflider können auch durch einen Gewebeüberschuss im sogenannten Augenringmuskel bedingt sein, der für das Schließen des Auges zuständig ist. In seltenen Fällen ist die Ursache für hängende Oberlider auch auf eine Lähmung des Faszialnervs oder erschlaffte Lidmuskulatur zurückzuführen. 

Krankheitsbedingte Ursachen für Schlupflider

Stehen angeborene Schlupflider in Verbindung mit Fettleibigkeit (Adipositas) und Kropfbildung, gehören sie zum Krankheitsbild des Ascher-Syndroms. Ödeme an den Oberlidern können auch auf verschiedene Erkrankungen hinweisen. Hier sind vor allem Nieren- und Herzleiden, aber auch Schilddrüsenerkrankungen zu nennen. Geschwollene Oberlider können auch im Rahmen einer Bindehautentzündung oder eines Gerstenkorns auftreten aber auch durch eine Allergie bedingt sein.

Schlupflider werden durch eine ungesunde Lebensweise und Faktoren wie übermäßig häufige Sonneneinstrahlung begünstigt. 

So zeigen sich Schlupflider

Schlupflider haben nicht die eine allgemeingültige Erscheinungsform. Sie können sich, je nach individueller Ausprägung, sehr unterschiedlich gestalten. Bei den Betroffenen ist das Oberlid ganz oder teilweise durch einen Hautüberschuss verdeckt und die Lidfurche ist nicht mehr sichtbar. Hat sich Fettgewebe oder Lymphflüssigkeit in den Schlupflidern eingelagert, ist das Oberlid angeschwollen und wölbt sich nach vorne. Betroffene berichten dann häufig über ein Schweregefühl, das förmlich zur Last wird. Treten Schlupflider als erschlaffte Hauttaschen auf, können sie bis über den Wimpernkranz hängen und auch den seitlichen Lidrand bedecken. In extremen Fällen kann das herabhängende Oberlid auch Teile der Pupille verdecken und das Sichtfeld einschränken. In der Regel entwickeln sich Schlupflider beidseitig – es sei denn, es liegt eine Lähmung des Faszialnervs zugrunde. Nicht selten treten Schlupflider auch in Kombination mit Tränensäcken oder abgesunkenen Augenbrauen auf. 

Männer und Frauen sind gleichermaßen betroffen

Schlupflider stellen für beide Geschlechter ein ästhetisches Problem dar – aus ganz ähnlichen Gründen. Auch beim männlichen Geschlecht gewinnt ein attraktives gepflegtes Äußeres immer mehr an Bedeutung. Während bei Männern eine dynamische Ausstrahlung im Fokus steht, wünschen sich Frauen vor allem ein strahlend frisches jugendliches Aussehen, das ihre Persönlichkeit subtil unterstreicht. Doch Frauen haben mit hängenden Oberlidern ein zusätzliches Problem. Zu einem gepflegten Erscheinungsbild gehört für die meisten Frauen auch ein dezentes Augen-Make-up. Jede Frau weiß, dass Schlupflider das Schminken erschweren oder bei starker Ausprägung sogar unmöglich machen können. Lidstrich, Wimperntusche oder Lidschatten lassen sich nur eingeschränkt verwenden. Zudem treten Knitterfältchen an den Oberlidern durch das Auftragen von Lidschatten umso deutlicher hervor. Die Augen wirken auch bei noch so geschickter Schminktechnik kleiner und müde. Kein Wunder, dass Schlupflider als Schönheitsmakel empfunden werden und sich viele Frauen eine Lidkorrektur wünschen.

Schlupflider als medizinisches Problem

Wenn Schlupflider so weit herabsinken, dass sie einen Teil der Pupille bedecken oder den Blick zur Seite behindern, ist eine Lidkorrektur aus medizinischen Gründen erforderlich. Ein eingeschränktes Sichtfeld bringt erhebliche Beeinträchtigungen im Alltag mit sich und erhöht das Unfallrisiko. Schlupflider können sowohl den Patienten selbst als auch seine Mitmenschen gefährden. Viele Situationen im täglichen Leben bergen bei Minderung der optischen Wahrnehmung ein nicht zu unterschätzendes Gefahrenpotenzial. Ob als aktiver oder passiver Teilnehmer am Straßenverkehr – als Autofahrer oder Fußgänger. Aus diesem Grund übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen auch eine operative Korrektur des Oberlides. Allerdings muss diese Einschränkung zuvor von einem Augenarzt untersucht und bestätigt worden sein. Voraussetzung für eine Kostenübernahme ist eine Blickfeldeinschränkung von oben und der Seite, die zwischen 50 und 70 Prozent liegt. Zur Diagnose werden verschiedene augenärztliche Untersuchungsmethoden herangezogen. Dazu kann unter anderem eine Augenfelduntersuchung oder Messung des Gesichtsfeldes gehören. 

Lassen sich Schlupflider verhindern?

Grundsätzlich gilt: Wer sich durch eine angemessene Lebensweise mit viel Bewegung und gesunder vitaminreicher Ernährung fit hält, tut viel für seine Haut – und damit auch etwas gegen die Entstehung von Schlupflidern. Natürlich lassen sich Schlupflider dadurch nicht verhindern, denn wohl keiner kann sich dem natürlichen Alterungsprozess gänzlich entziehen. Doch besteht bei gesunder Lebensführung eine gute Chance, unansehnliche Hängelider so lange wie möglich fernzuhalten. Ausreichend viel Schlaf und möglichst wenig Stress tragen ebenfalls zu gesunder Haut bei. Alkohol und Nikotin dagegen gehören zu den schädlichsten Faktoren für Haut und Bindegewebe und beschleunigen die Erschlaffung aller beteiligten Gewebsstrukturen. Aber Haut und Gewebe müssen auch der Sonne Tribut zollen. Hier liegt das Geheimnis im richtigen Maß. Wer seine Haut regelmäßig zu lange der prallen Sonne aussetzt, nimmt eine vorzeitige Erschlaffung des Bindegewebes in Kauf. 

Kann man Schlupflider selbst behandeln?

Ist die Hautpartie unterhalb des Brauenbogens erst mal erschlafft, können auch straffende Augencremes nichts dagegen ausrichten. Kosmetische Produkte wirken lediglich auf die oberen Hautschichten ein und können den Grund für die Erschlaffung nicht beheben. Anders ist es bei vorübergehend auftretenden Schwellungen der Oberlider, die auf Flüssigkeitseinlagerungen zurückzuführen sind. Dies ist häufig nach zu wenig Schlaf oder übermäßigem Alkoholgenuss der Fall. Hier lässt sich das Abschwellen der Ödeme durch Auflegen von kühlenden Kompressen beschleunigen. Auch Hausmittelchen wie Gurkenscheiben, Teebeutel oder Quarkmasken können hier zur Reduzierung von Schlupflidern beitragen. Langfristige Wirkung haben diese Mittel allerdings nicht. Auch gegen genetisch oder altersbedingt entstandene Schlupflider sind diese Maßnahmen wirkungslos. Bestehen bereits Hautüberschüsse, die das Augenlid bedecken oder gar bis zum Wimpernkranz herabreichen, kann nur eine operative Lidkorrektur erfolgreich Abhilfe schaffen. Einmal entstandene Hauttaschen bilden sich nicht mehr von allein zurück und können nur chirurgisch entfernt werden. 

Mit einer Oberlidstraffung lassen sich erstaunliche Ergebnisse erzielen, die dem Patienten insgesamt einen wacheren, verjüngten Gesichtsausdruck verleihen. Durch den gestrafften Oberlidbereich gewinnen die Augen wieder an Offenheit und jugendlicher Strahlkraft. Um ein harmonisches Ergebnis zu erzielen, kann gegebenenfalls auch eine Straffung der Unterlider sinnvoll sein.